Theater in unserer Schule – „Anne Frank“ und „Stauffenberg“

Anne Frank war ein jüdisches Mädchen, dessen Tagebuch zu den bekanntesten persönlichen Zeugnissen des Holocaust gehört und an Aktualität nicht verloren hat. Auch unsere Schüler der regulären IFK HSA 9 lesen und besprechen das Buch „Anne Frank, Ihr Leben“ im Deutschunterricht.

Die Kulturschule Leipzig präsentierte sich mit dem Stück „Ich: Anne!“ ein 50-minütiges Theaterstück über das Leben von Anne Frank, das sich an Jugendliche richtet und Verfolgung sowie Antisemitismus thematisiert. Das 2-Personen-Ensemble führte dieses interaktive Stück, das die Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit verwischt, in unserer Schule mit großem Erfolg am 03. Februar 2026 auf.

„Wir haben im Unterricht das Buch „Anne Frank, Ihr Leben“ gelesen und danach ein Theaterstück in unserer Schule gesehen, das von einer Schauspielerin und einem Schauspieler aufgeführt wurde. Dadurch konnten wir die Geschichte noch besser verstehen und die Gefühle der Menschen aus dieser Zeit stärker nachvollziehen. Es war besonders gut, dass wir erst gelesen und danach das Theater gesehen haben, weil die Geschichte dadurch lebendiger und eindrucksvoller wurde.“ (Schüler aus der Ukraine)

Warum ist das Thema für Zugewanderte wichtig?

Unser gemeinsames Ziel ist „Aufklärung und Zusammenhalt“

Damit das Zusammenleben in Deutschland funktioniert, ist es wichtig, Missverständnisse aufzuklären und Vorurteile abzubauen:

  1. Lernen: In Integrationskursen und durch spezielle Projekte wird Wissen über jüdisches Leben in Deutschland und über die deutsche Geschichte vermittelt.
  2. Verstehen: Der Fokus liegt darauf, zu vermitteln, dass Antisemitismus keine „Meinung“ ist, sondern eine Form von Rassismus, die in der deutschen Gesellschaft nicht akzeptiert wird.
  3. Respekt: Gegenseitiger Respekt ist die Basis, egal welcher Religion oder Herkunft jemand angehört.

Antisemitismus ist ein Problem, das in Deutschland bekämpft wird. Für neu eingewanderte Menschen ist es wichtig zu verstehen, dass eine tolerante Gesellschaft keinen Hass gegen Juden duldet. Bildung und Begegnung sind der Schlüssel, um ein friedliches Miteinander zu ermöglichen.

 

„Stauffenberg – Hochverrat oder Widerstand“, so lautet der Titel des zweiten Theaterstücks, das die Kulturschule Leipzig nach einer Umbaupause darbot. Diesmal bestand das Publikum größtenteils aus Berufsschülern. Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907–1944) war ein deutscher Offizier und zentraler Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Ursprünglich konservativ, wandte er sich aufgrund der NS-Verbrechen gegen das Regime.

Das Leben des berühmten Generals diente bereits einigen Verfilmungen als Grundlage, und wir diskutierten im Vorfeld im Unterricht, was unter den Begriffen wie „Hochverrat“, „Vaterland“, „Patriot“, „Widerstand“ oder ganz einfach „Soldat-sein“ zu verstehen ist, und wie man so ein bewegtes Leben unter dem nationalsozialistischen Regime auf der Bühne mit wenigen Mitteln darstellen könnte.

Beeindruckend gelang es der Schauspielerin als Erzählerin und Kommentatorin und dem Schauspieler in der Rolle als Stauffenberg, zentrale biographische Stationen aus dem Leben des adligen Generals vor dem Hintergrund der jeweiligen historischen Entwicklungen nachzuzeichnen. Wiederholt eingespielte Tondokumente, etwa von Militärmusik, eines Soldateneids und Ausschnitten aus Reden, machten das Geschehen authentisch. Besonders nachhaltig blieb den Schülern die Hinrichtungsszene im Gedächtnis, die nur aus Stauffenberg mit verbundenen Augen und gefesselten Händen und eingespielten Stimmen und Gewehrschüssen bestand.

Nach beiden Theateraufführungen gab es die Möglichkeit, den Schauspielerinnen und Schauspielern Fragen zu stellen. Diese sehr offen gestalteten Fragerunden und die zwei überzeugenden Darbietungen zeigten auf, welch große Rolle Aufklärung und Begegnung spielen. Beide Stücke setzen sich auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Nationalsozialismus auseinander, was sie verbindet, ist der Gedanke sich zu erinnern, nicht zu vergessen.

WvS-Schule Köln